Technikgeschichte auf dem Küchentisch

Sonntag, 06. Dezember 2020, 05:55 Uhr
1816 wurde der Stirlingmotor von Robert Stirling einem schottischen Mathematiker und Pfarrer erfunden. Anlaß waren die häufigen Kesselexplosionen zu Beginn der Dampfmaschinenära.
Der Stirlingmotor, ein genialer Heißluftmotor, vom 19. bis Anfang 20. Jahrhundert etwa ¼ Million mal gebaut, verlor an Bedeutung, weil Dampf und Diesel einfach stärker waren.
Weltweit wird heute daran gearbeitet, die 2015 in Paris beschlossenen Klimaziele zu erfüllen. Erneuerbare Energien aus Wasserkraft, Windenergie, Sonnenenergie, Biomasse und Erdwärme gewinnen immer mehr an Bedeutung für die Zukunft.
Der Stirlingmotor, der auf Basis von Temperaturdifferenz funktioniert ist eine ideale Antriebsmaschine für Stromgeneratoren beliebiger Größe, bei Nutzung von Sonnenenergie, Erdwärme oder Biomasse. Er wird mit Sicherheit noch in diesem Jahrhundert an Bedeutung gewinnen und großes Forschungspotential generieren.
Ein gewichtiger Grund also, sich als junger Mensch mit der Thematik zu befassen.
Der Bau von Stirling-Modellen ist weltweit ein beliebtes Hobby von Menschen aller Altersklassen, geradezu ein Paradebeispiel zum Erlangen technischer Bildung und Handfertigkeit, aber auch zur sinnvollen Freizeitgestaltung.
Mein leider viel zu früh verstorbener Vereinsfreund Klaus Weise hat mich bereits vor Jahren auf
die Idee gebracht einen Stirlingmotor zur Funktion zu bringen.
Nach ersten Fehlversuchen, erkannte ich, worauf es ankommt einen Stirlingmotor zu bauen
und zum Laufen zu bringen, in erster Linie auf Dichtheit und geringe Lagerreibung.
Nach dem erfolgreichem Bau mehrerer, mit Feuer (Bunsenbrenner) betriebener Modelle gelang mir jetzt der Bau eines funktionierenden Kaffeetassenstirling,
betrieben mit dem Wärmeverlust einer Tasse Kaffee, also ohne offenes Feuer.
Das besondere, ich habe für den Verdrängerzylinder Acrylglas verwendet, man kann also dem
Motor während seines Laufes direkt in`s pulsierende Herz schauen.
Dazu habe ich ein Video mit Hinweisen zu möglichem Material, Funktion und Einstellungen
aufgenommen, fast alle Materialien (Dosen, Draht, Styropor...) fallen im Haushalt an.
Interessierte können dieses Video ansehen und Schlußfolgerungen für einen ggf. beabsichtigten Eigenbau entnehmen.

Der Motor