Goldener Kolben - Presiträger 2022
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Sonntag, 07. Dezember 2025, 21:33 Uhr
Fast auf den Tag genau gründeten vor 120 Jahren zwei Nordhäuser Unternehmer eine kleine Fabrik zum Bau von Geräten für den Bergbau.
Über die Jahrzehnte entwickelte sich der Betrieb an der ehemaligen Kasseler Landstraße zu einem der größten Arbeitgeber am südlichen Rande des Harzes.
Die Geschichte machte es ihm nicht leicht, die Eigentümer, die Namen und die Erzeugnisse wechselten, zwei verheerende Weltkriege hinterließen ihre Spuren, aber der Industriestandort erfand sich Dank seiner Menschen immer wieder neu. Eigentlich ein Erfolg, aber diese Geschichte fand durch eine friedliche Revolution und die ihr folgenden Währungsumstellung ein jähes Ende. Es dauerte nur ganze 6 Jahre und der Betrieb verschwand von der Bildfläche, alle Rettungsversuche scheiterten. 1996 verließ der letzte, jetzt nannten sie sich nicht mehr Unternehmer, sondern „Investor“, mit Eiern beworfen, das Betriebsgelände. Die Tore schlossen sich für immer.
Aber es gab Menschen, die wollten nicht hinnehmen, dass die Artifakte ihrer Geschichte im Staub der Archive und in den Garagen von Sammlern verschwindet. Sie gründeten 2007 einen Verein, der sich zum Ziel gesetzt hatte, ihre Geschichte und an die nächsten Generationen weiterzugeben. „IFA“, diese Abkürzung trugen in der DDR alle Fahrzeugbauer in ihrem Namen. Also nannten die Nordhäuser ihren größten Arbeitgeber nur noch “Die IFA“ und die Vereinsgründer ihren Verein „IFA-Museum Nordhausen am Harz e.V.“
Die Anfänge waren nicht einfach und ohne die Hilfe von Unternehmern wie Helmut Peter oder Günter Helbing wäre der Start nicht gelungen. Zunächst mussten die verstreuten Reste der einst so stolzen IFA zusammengetragen werden. Es brauchte Räume zum Sammeln, Werkstätten zum Restaurieren und Menschen, die ihre Freizeit für ein gemeinsames Ziel opferten.
Ein Museum, das keiner kennt, hat auch keine Besucher und so ist es auch nicht verwunderlich, dass am Anfang nur wenige an einen Erfolgt geglaubt haben.
Es war der unermüdlichen Arbeit der Gründer und der Glaube an den Erfolg zu danken, dass mit den Jahren nicht nur die Mitglieder- sondern auch die Besucherzahlen gewachsen sind.
Nach vergeblicher Suche nach einem geeigneten Ausstellungsraum, eröffnete sich 2014 mit dem ehemaligen Kulturhaus die einmalige Gelegenheit am historischen Standort ein neues Museum der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Nach der Eröffnung mit über tausend Besuchern und dem großen Jubiläum zum 50. Jahrestag des Motorenwerkes war Durchhaltewillen gefragt. Berthold Brecht spricht in seinem Gedicht „An die Nachgeborenen“ von den Mühen der Ebene. Unentgeltlich nur im Ehrenamt fast täglich ein öffentliches Museum zu betreiben, bedeutet mit Zeit, Kraft und Ausdauer die Mühen der Ebene immer wieder zu bewältigen.
Bis zu 3000 Arbeitsstunden investieren die Vereinsmitglieder jedes Jahr. Der Erfolg gibt ihnen Recht, das Museum gehört heute zu den wenigen Industriemuseen in Mitteldeutschland, dessen Bekanntheit weit über die Grenzen von Thüringen reicht und das sich mit professionellen Einrichtungen messen kann.
Deshalb freut es die Vereinsmitglieder ganz besonders, dass 2025 die Ehrenamtsplakette des Landkreises Nordhausen an unseren Verein IFA-Museum Nordhausen geht, sie würdigt die langjährige erfolgreiche Arbeit der Vereinsfreunde.
Der Landrat hatte alle Ausgezeichneten in die neu eröffnete Hexenwelt in Rothesütte eingeladen, eine Besichtigung des neuen Turms inbegriffen. Wir hatten eine spektakuläre Aussicht, bekamen gutes Essen und ein Lob für die Arbeit.

Die Ausgezeichneten (Foto: Pressestelle des Landkreises) Die Ausgezeichneten (Foto: Pressestelle des Landkreises)
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